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Ausbildung zur Altenpflegerin / zum Altenpfleger

Die Altenpflege ist der in seiner Gesamtheit erlernte sowie professionelle Umgang mit älteren und alten Menschen. Angesprochen sind die Betreuung sowie die Pflege von Älteren. Die sind aufgrund ihres Alters und des gesundheitlichen Handicaps nicht mehr dazu in der Lage, ihren Lebensalltag selbst zu bestimmen und zu bewältigen. Altenpflege findet sowohl im heimischen Umfeld des Pflegebedürftigen als auch in einem Heim statt. Das ist in der Regel ein kombiniertes Alten- und Pflegeheim, das umgangssprachlich bekannte Altenpflegeheim. Dass diese Tätigkeit erlernt und gekonnt sein muss, ist in der heutigen Zeit eine Selbstverständlichkeit. Das dazugehörige Berufsbild ist das des Altenpflegers beziehungsweise der Altenpflegerin. In den meisten Fällen wird der Beruf von Frauen, also von den Altenpflegerinnen, ausgeübt.

Bild: Fotolia / 63562350

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Rechtsgrundlage für die Berufsausbildung zur Altenpflegerin ist das Atenpflegegesetz, das AltPflG. Es gilt seit August 2003 in der zurzeit gültigen Fassung aus März 2013. Das damals neue Altenpflegegesetz war eine wesentliche Grundlage für die anschließende bundeseinheitliche Ausbildung zur Altenpflegerin. Die endet mit der Prüfung nach der Altenpflege-Ausbildungs-und Prüfungsverordnung, der AltPflAPrV. Zu den Ausbildungsvoraussetzungen zur Altenpflegerin gehören wahlweise die

• mittlere Reife
• anderweitige zehnjährige allgemeine Schulbildung
• Altenpflegehilfe-Prüfung

Die Ausbildungsdauer zur Altenpflegerin beträgt drei beziehungsweise fünf Jahre, wenn sie in Teilzeit durchgeführt wird. Die Ausbildung von insgesamt 4.600 Unterrichtsstunden gliedert sich in 2.500 Stunden praktischen sowie in 2.100 Stunden theoretischen Unterricht. Unterrichtet wird an der Altenpflegeschule. Mindestens achtzig Prozent der praktischen Ausbildung finden in einer Altenpflegeeinrichtung statt. Das Gebiet der Altenpflege ist auf die Begleitung und die Betreuung der älteren Menschen konzentriert beziehungsweise begrenzt. Der Ausbildungsunterricht gliedert sich in Lernbereiche sowie in Lernfelder. Die vier vorgegebenen Lernbereiche sind in alphabetischer Reihenfolge

• Altenpflege als Beruf
• Aufgaben und Konzepte in der Altenpflege
• Rahmenbedingungen rechtlicher und institutioneller Art
• Unterstützung alter Menschen bei ihrer Lebensgestaltung

Zu den Schwerpunkten der praktischen Ausbildung gehören

• das Kennenlernen des praktischen Berufes unter Berücksichtigung fachlicher Konzepte sowie der institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen
• die Mitarbeit bei der geplanten, umfassenden Pflege alter Menschen mit Beratung, Begleitung, Betreuung, und ärztlicher Mitwirkung, jeweils unter Anleitung
• die Übernahme selbstständiger Teilaufgaben entsprechend dem jeweiligen Ausbildungsstand, jeweils unter Anleitung
• die Übernahme selbstständiger Projektaufgaben im Rahmen der häuslichen Pflegesituation, oder einer heimischen Tagespflegegestaltung

Bei der praktischen Ausbildung werden auffallend viele Tätigkeiten „unter Anleitung“ genannt. Das betont die Bedeutung des Berufes einer Altenpflegerin und die damit verbundene Verantwortung im Umgang mit den älteren Menschen. Die gesamte Ausbildungszeit verläuft ebenso interessant wie abwechslungsreich. Sie ist kompakt und ein ständiger Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Eins wird für das andere gebraucht, und umgekehrt ebenso. Die spätere Altenpflegerin entwickelt sich schon während der Ausbildung zu einer Allroundkraft. Wer diesen Beruf wählt, der entscheidet sich aus Neigung bis hin zu Liebe dazu. Ihm liegt der Umgang mit alten Menschen. Die sind in diesem Lebensstadium in vielen Situationen teilweise dringend auf die physische und psychische Unterstützung der Altenpflegerin angewiesen. Die muss buchstäblich ein Herz für alte Menschen haben.

In der Altenpflege sind sowohl ausgebildete Altenpflegerinnen als auch viele nicht ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Das hat ganz zwangsläufig zur Folge, dass sich die ausgebildeten Altenpflegerinnen von Beginn an in einer besonderen Verantwortung sehen. Für sie ist das ein wesentlicher Grund dafür, sich ständig um eine fachgerechte Fort- und Weiterbildung zu bemühen. Die angebotenen Möglichkeiten reichen hier bis zur geprüften Fachkraft im Pflegemanagement, zur Pflegedienstleiterin, oder auch zu einem Studium der Pflegewissenschaft. Der Beruf einer Altenpflegerin gilt als absolut krisensicher. Die Zahl der älteren, alten und hochbetagten Menschen steigt kontinuierlich. Alter führt in vielen Fällen zu einer Pflegebedürftigkeit. Die reicht von der Unterstützung im Alltag bis hin zur 24h-Rundumpflege in den eigenen vier Wänden oder in einem Altenpflegeheim. Hier wie da wird eine gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterin gesucht – die Altenpflegerin.